Der Schlaf-Wach-Rhythmus

Schlafen ist generell ein Thema, welches wir viel zu oft als selbstverst√§ndlich ansehen. Aber hast du schon einmal dar√ľber nachgedacht warum uns die Lider abends schwer werden und sich am Morgen (im besten Fall) leicht wieder √∂ffnen? Dieses Ph√§nomen hat auch mit unserem Schlaf-Wach-Rhythmus zu tun.

Das Ganze ist zumeist nicht einfach eine Gewohnheit oder etwas das wir uns anerzogen haben, sondern es hat damit mehr auf sich. Unser ganzer K√∂rper h√§ngt damit zusammen. Gerade deshalb ist der Schlaf bzw. das Wachsein sehr sinnvoll eingeteilt. Es unterst√ľtzt uns und unsere Gesundheit.

Was ist der Schlaf-Wach-Rhythmus?

Die ‚ÄúEncyclopedia of Neuroscience‚ÄĚ definiert den Schlaf-Wach-Rhythmus als rhythmischen Wechsel zwischen zwei Verhaltenszust√§nden: Schlaf und Wachzustand. Die rhythmische Regulierung des Wechsels zwischen diesen beiden Zust√§nden bezieht sich gew√∂hnlich auf Rhythmen mit einer circadianen Periode.

Generell k√∂nnte man den Schlaf-Wach-Rhythmus als ein t√§gliches Muster bezeichnen, das bestimmt, wann wir schlafen oder aufwachen. F√ľr gew√∂hnlich besteht der ideale Rhythmus aus 7 bis 9 Stunden Schlaf (im besten Fall bei Nacht).

Anschlie√üend folgt eine Phase des Wachseins zwischen 15 und 17 Stunden. Somit ist der Schlaf also eine sehr zentrale Quelle unserer Produktivit√§t. Um jedoch zu verstehen, wie wichtig Schlaf wirklich ist, ist es hilfreich etwas √ľber die Basismechanismen des Schlaf-Wach-Rhythmus zu erfahren und welche k√∂rperlichen Funktionen damit zu tun haben.

Wie funktioniert der Schlaf-Wach-Rhythmus?

Wie gesagt hat unsere Erziehung oder unser Lebensstil nur einen kleinen Einfluss auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Dieses Muster h√§ngt jedoch in Besonderem mit bestimmten Prozessen unseres K√∂rpers zusammen – diese bereiten unser ‚ÄúSystem‚ÄĚ vor und sch√ľtzen uns damit auch.

Beispielsweise fallen bzw. steigen bestimmte Hormone im Verlauf des Tages. Dadurch f√ľhlen wir uns m√ľde oder eben wach. Zu den Funktionen des Schlafes geh√∂rt es auch zu gew√§hrleisten, dass dieser nat√ľrliche Rhythmus so gut wie m√∂glich eingehalten wird. Um welche Hormone handelt es sich hierbei genau?

Chemikalien und Hormone

Der Kreislauf wird von der Kombination von 2 Chemikalien bzw. Hormonen kontrolliert.

  • Adenosine und
  • Melatonin

Die Chemikalie Adenosine sammelt sich unter Tag im Blut an. Umso l√§nger wir wach sind, umso mehr davon ist vorhanden. Im Schlaf f√§llt der Level wieder ab – in der Fr√ľh beginnt der Kreislauf von vorne.

Besonders interessant ist das f√ľr Kaffee Liebhaber: Koffein blockiert n√§mlich die Adenosine Rezeptoren, deshalb kann er uns helfen wach zu bleiben.

Gleichzeitig reguliert das Hormon Melatonin unseren Rhythmus. Die Menge steigt besonders am späten Nachmittag und erhöht sich während der Nacht. Erst am Morgen fällt es wieder ab. Dieses Hormon hängt zudem stark mit den Lichtverhältnissen zusammen Рim Winter, wenn Tageslicht nur spärlich vorhanden ist, kann der Melatoninspiegel auch am Tag erhöht bleiben. Dadurch kann es auch zu Schlafstörungen kommen.

Was passiert wenn der Rhythmus gestört wird?

Wenn wir nicht auf unsere innere Uhr h√∂ren, leidet unsere mentale und physikalische Leistungsf√§higkeit darunter. Zu diesen St√∂rmechanismen z√§hlt auch die Schichtarbeit bzw. Nachtarbeit oder auch der allseits bekannte Jet lag. Durch unregelm√§√üige Schlafgewohnheiten nehmen wir gro√üen Einfluss auf unseren nat√ľrlichen Rhythmus.

Beim Jetlag beispielsweise passt der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht l√§nger zur neuen Zeitzone. Die Ergebnisse sind starke M√ľdigkeit, schlechter Schlaf, Konzentrationsschwierigkeiten, schlechte motorische Kontrolle, langsame Reflexe, √úbelkeit oder Reizbarkeit.

Die Forschung in diesem Bereich zeigt, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus fundamental f√ľr den biologischen Rhythmus des Menschen ist. Die St√∂rung dieses Ablaufs f√ľhrt zu schwerwiegenden Konsequenzen f√ľr Verhalten und Leistungsf√§higkeit.

Weil dieser Rhythmus eben so wichtig¬†f√ľr den Menschen ist, kann die St√∂rung Konsequenzen in vielen¬†Bereichen haben – besonders jedoch im Bereich des Verhaltens und der Leistung. Auch bei der Nacharbeit kommt es zu √§hnlichen Zust√§nden.

Tipps f√ľr Nachtschw√§rmer

Nat√ľrlich ist jeder Eingriff in den nat√ľrlichen Schlaf-Wach-Rhythmus nicht unbedingt vorteilhaft. Einige Tipps, die helfen k√∂nnen wenn man nicht drum herum kommt in der Nacht aufzustehen, gibt es aber trotzdem. Experten raten beim Aufstehen zu hellem Licht – hier kann beispielsweise auch ein Lichtwecker n√ľtzlich sein.

F√ľr Nachtarbeiter, die erst in der Fr√ľh nach Hause kommen und in den Morgenstunden schlafen, gilt es sich vor zuviel Helligkeit zu sch√ľtzen. Im Schlafzimmer sind hier auch Verdunkelungsvorh√§nge ein Muss.

Wie zentral ein gesunder Schlaf-Wach-Rhythmus ist zeigt auch diese Studie. Hier konnte ein Zusammenhang zwischen Unregelmäßigkeiten des Schlafes bzw. Schlafentzug und den erzielten akademischen Leistungen aufgezeigt werden.