Warum wir schlafen – 3 Funktionen des Schlafes

Schlaf war seit jeher ein faszinierendes Thema für den Menschen. Kein Wunder – wir verbringen ja auch ein Drittel unseres Lebens schlafend. Wenn etwas so viel Zeit beansprucht, gehen wir automatisch davon aus, dass es wichtig und gut ist.

Auch wenn schon lange reges Interesse auf dem Gebiet der Schlafforschung besteht, sind die Funktionen des Schlafes noch nicht vollständig aufgeklärt. Mit der Zeit und den sich entwickelnden Untersuchungsmethoden konnten jedoch schon einige Fortschritte erzielt werden.

Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass unser Schlaf uns stark beeinflusst – sowohl unseren Körper, als auch unser Gehirn.

Was ändert sich im Schlaf?

Schlafen gehen ist für uns ein selbstverständlicher Akt – wir denken uns gar nichts dabei. Und das, obwohl sich, wenn wir Schlafen, einiges im Körper verändert. Grundsätzlich unterschieden sich viele Lebensfunktionen des Schlafes vom Wachzustand.

Dazu gehören z. B. der Puls, die Atemfrequenz und der Blutdruck. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sich auch die Gehirnaktivität ändert. Dieser Änderungen treten bei Primaten und anderen höheren Lebewesen im NREM-Schlaf auf. Während des REM-Schlafes ähneln die Zustände eher denen im Wachsein.

Funktionen des Schlafs – Warum schlafen wir?

Das neue Bewusstsein für die Wichtigkeit eines gesunden Schlaf ist noch nicht alt. Früher galt das Schlafen sogar als totenähnlicher Zustand – mit Sicherheit wurde er als vergleichbar unsinnig angesehen.

Heute interessieren uns diese Dinge, weil wir wissen, dass ein gesunder Schlaf zu unserem Wohlbefinden beiträgt. Außerdem ist uns bewusst, dass das Schlafen sinnvoll ist – also eine Funktion hat.

Wenn wir von Funktionen sprechen, meinen wir eigentlich eine Mischung aus Tätigkeit und Zweck. Was tut also der Schlaf für uns bzw. welchen Zweck hat er?

1. Regeneration von Körper und Geist

Der Schlaf gibt unserem Körper die Möglichkeit sich zu erholen. Man könnte fast sagen er ist unser “Jungbrunnen”. In einigen Experimenten mit Ratten wurde eindrucksvoll nachgewiesen, dass der Schlaf sogar die Wundheilung beeinflussen kann.

Viele biologisch komplexe Funktionen geschehen im Schlaf wie z. B. die Gewebereparatur oder Muskelwachstum – und wir bemerken es nicht einmal.
Dazu werden Wachstumshormone losgeschickt um Muskeln wieder aufzubauen oder Körperteile, die während der Tagesaktivitäten beansprucht waren, zu entlasten.

Dieser Effekt wurde bei dieser Studie besonders stark bei Männern nachgewiesen, welche eine lange Tiefschlafphase hatten. Umso mehr Schlaf wir also bekommen, umso besser ist der Körper ausgerüstet, um sich selber zu heilen.

Auch das Immunsystem kommt nicht ohne Schlaf aus: Nach einem Schlafentzug von 24 Stunden wurde bei Ratten um 20 % weniger weiße Blutkörperchen festgestellt. Diese haben eine wichtige Funktion in der Abwehr von Krankheiterregern.

2. Entspannung/Erfrischung

Die Vorstellung man müsse sich 24 Stunden lang durchgehend konzentrieren und arbeiten ist nicht gerade toll. Hier setzt uns unser Körper eine natürliche Schranke! Denn er braucht eine Erholungsphase, sodass auch der folgende Tag erfolgreich werden kann.

An diesem Punkt Entspannung bzw. Erfrischung sind eigentlich mehrere Körperteile beteiligt. Denn während wir schlafen, machen nicht nur wir Pause.

Das Gehirn

Gerade unser überdimensionales Gehirn braucht für eine optimale Leistung eine Möglichkeit der Erholung – dieses bekommt es in der Nacht.
Wenn man wach ist,  produzieren die Neuronen im Gehirn eine Chemikalie namens Adenosine. Dieses Produkt sorgt dafür, dass wir müde werden.

Während des Schlafes reinigt sich der Körper vom Adenosine. Wir wachen erholt auf und sind im besten Fall nicht mehr müde.
Ganz anderes ist es beim Gehirn – während der Nacht arbeitet es auf Touren.

Es arbeitet daran sich von toxischen Nebenprodukten zu befreien, die sich während des Tages ansammeln.

Der Körper

Auch etwas anders läuft es in unserem Körper ab. Während des REM-Schlafes entspannen sich auch die Muskeln – dies führt zu Entlastung und reduziert Symptome großer Spannung.

Deshalb fühlen wir uns am Morgen auch erholt und frisch.
Doch wie schafft das unser Körper eigentlich genau? Einige Mechanismen unseres Körpers sind besonders für diese Entlastung verantwortlich:

  • Der Körper kühlt sich ab
    Auch unser Körper braucht manchmal eine Abkühlung. Eine der Hauptfunktionen des Schlafes ist es Energie zu sparen. Das kann man sich am besten so vorstellen, wie bei verschieden technischen Geräten mit Stand-by Modus.Man weiß das Gerät ist angeschlossen und trotzdem ist es nicht unbedingt eingeschaltet. Wir laufen im Schlaf im Stand-by Modus. Zur Entlastung und zur Schonung unserer Energiereserven sinkt unsere Körpertemperatur um ca. 10 Prozent ab.
  • Die Atmung verlangsamt sich
    Während des Tages ist unser Atemmuster sehr unterschiedlich. Manchmal sind wir entspannt oder gelangweilt. Manchmal müssen wir uns beeilen und kommen richtig ins Schnaufen. Und manchmal raubt uns etwas den Atem.
    Wenn wir schlafen verlangsamt sich die Atmung und wir sehr regelmäßig.
  • Die Herzrate wird reduziert
    Ein weiteres Körperteil, welches es im Schlaf ein bisschen langsamer angeht, ist unser Herz. Untertags hat es viel zu tun und arbeitet auf Hochtouren.

In der Nacht, besonders während des NREM-Schlafes, nimmt es etwas Druck weg und reduziert die Herzrate – genauso wie den Blutdruck.

3. Erinnerungen ordnen und festigen

Wir alle kennen diese Funktion des Schlafes nur zu gut. Dies geschieht beispielsweise wenn wir Inhalte bzw. Fragmente unseres Tages plötzlich, wenn auch in abgeänderter Form, in unseren Träumen wiederfinden.

Im Schlaf verarbeiten wir Erlebnisse der Wachphasen. Außerdem verarbeiten wir positive wie negative Erfahrungen und schaffen es im besten Fall sie einzuordnen. Wir müssen Erinnerungen und Lerninhalte ordnen, sortieren und festigen können.

Auch wenn Wissenschaftler bereits einige Zusammenhänge zwischen Schlaf und Gedächtnis bestimmen konnten, befinden wir uns hier auf neuartigem Gebiet. Das heißt, dass auch Ergebnisse hier noch als sehr experimentell angesehen werden müssen.

Mittlerweile konnte im Rahmen einer Studie jedoch beispielsweise nachgewiesen werden, dass Nervenverbindungen im Schlaf verstärkt werden, wenn wir etwas lernen. Diese Ergebnisse zeigen, dass Schlaf eine Schlüsselrolle bei der Förderung von lernbezogener Synapsenbildung spielt. Nur so können Lerninhalte auch gespeichert werden.

Es gibt noch viel zu lernen bzw. zu erforschen, wenn es um das Thema Schlaf und seine Funktionen geht. Wir wissen immer noch zu wenig darüber was im Körper passiert und wie uns das beeinflusst.
Eines ist jedoch klar: Schlaf ist enorm wichtig! Besonders wenn es darum geht…

  • Unseren Körper zu regenerieren
  • Uns erfrischt und entspannt zu fühlen
  • Unsere Erinnerungen bzw. Lerninhalte zu sortieren und zu festigen.